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Beiträge von zuckerpuppe

    Langjähriges Training.

    Und fast nur burda verwenden.

    Das funktioniert bei burda-Schnitten, weil burda, ebenso wie die Big4 und auch die besseren Indie-Labels, konstant konstruiert. Also nicht jedesmal das Rad neu erfinden, und dafür auch noch unterschiedliche Maßsätze und Schnitterstellungssysteme nutzen, sondern immer genau nach Schema F.

    Da ist dann die Erfahrung, da muss 5 cm rein, dort 1 cm gekürzt, dort muß 0,5 cm zu & da weg...

    das ist für mich auch der groesste Vorteil bei Burda, Vorlage wie vorgegeben oder als Basis für viele Variationen

    Do-it danke für die Idee!

    zuckerpuppe genau da möchte ich hin, zu den Grundschnitten, die passen. Kompliment dafür, daß du seit Jahren die gleichen verwenden kannst. Bei mir hat sich nach den Wechseljahren viel geändert!

    Aza ich bin ein Fan davon, wenn man etwas über Schnittkonstruktion lernen möchte ...

    meine Figur ist genauso veränderlich wie alle, mal etwas runder, mal etwas weniger rund, bewegt sich aber so im Bereich 38/40. Von Burda (mein Favorit für Basisschnitte) ausgehend kann ich meine Basisschnitte leicht anpassen, indem ich zwischen den jeweiligen Schnittlinien wechsele und manchmal sogar nur die Nahtzugabe etwas verbreitere. Hat sich die Figur um mehr als 1 bis 2 Größen verändert, lohnt sich für einen längeren Zeitraum wieder ein neuer Basisschnitt mit den aktuellen Daten, schließlich sind solche Veränderung nicht nur auf einen kurzen Zeitraum beschränkt.


    Zu Schnittkonstruktion: ich habe mich selbst lange damit beschäftigt (und tue es immer noch hin und wieder), aber weniger um selbst zu konstruieren, eher um das was, wie, warum zu verstehen. Zur Unterscheidung: Grundschnitt ist die simple Skizze eines Kleidungsstücks ohne die persönlichen Maße (vereinfacht gesagt, eine Ansammlung von Vielecken). Aus diesem Grundschnitt entwickelst Du aufgrund deiner persönlichen Maße den schlichten Basisschnitt, der dann auch die Rundungen wie Taillen-, Hüftkurve, Ausschnittform, Armloch und Ärmelrundung enthält. Aus diesem Basisschnitt erarbeitest Du dann den Design- oder auch Modellschnitt, hier sind alle Feinheiten und Details enthalten: Kragenformen, Revers, Ausschnittvarianten, Ärmelvarianten - gerade, rund und steil eingesetzt, Raglan etc., Markierungen für Blenden und Einsätze und so weiter.

    zu Hedi1 Abnäher in Wirkware und Strick: sind entweder je nach Oberweite im Schnitt eingearbeitet oder man hat wegen der Dehnbarkeit des Materials drauf verzichtet.

    Ich nähe mir viele Jersey-Oberteile nach Schnitten für Webware. Hier sind meist Abnäher vorgesehen und die genähten Stücke sitzen einwandfrei. Keine Scheu beim nähen: ein Streifchen Unterlage für dir Nahtlinie ist extrem hilfreich. Ich nehme dafür Reststücke Stickvlies oder Vlieseline. Beides lässt sich nach dem nähen leicht entfernen. Mit den Fingern der einen Hand die Nahtlinie festhalten, mit der anderen Hand vorsichtig abreissen oder bei Vlieseline knappkantig abschneiden. Und immer von der breiten Seite hin zur Spitze nähen, aber das wisst ihr ja eh.

    Zum ausmessen und anpassen von Schnittvorlagen an die individuelle Figur:

    es gab mal die site "vintagesewing.info" - leider heute nicht mehr in der alten Form verfügbar, die Nachfolgerin ist aber auch recht interessant. Egal, ich hab mir damals - etwa um 2004 herum - komplett runtergeladen, gespeichert und nach und nach ausgedruckt:

    "Ladies' Garment cutting and making" by F.R. Morris (2. Favorit)

    "Modern Pattern Design" by Harriet Pepin (mein Top-Favorit)

    "Home Sewing Course" by Helen Hall (interessant zu allen Näh- und Anpassungsproblemen) - alle Texte in Englisch, trotzdem gut verständlich und mit ausführlichen, leicht verständlichen Skizzen.

    Falls irgendjemand sich das damals auch runtergeladen hat: nachgucken.

    Auch wenn es sich um Modellzeichnungen der späten 1930er bis Mitte der 1940er handelt: die Anleitungen zum ausmessen, anpassen, verarbeiten sind immer noch hochaktuell und sehr sehr hilfreich, auch für so alte Hasen wie mich (gut 60 Jahre Näherfahrung).

    Was ich auch sagen will: arbeitet nach Basisschnitten. Das sind simpelste Grundschnitte, die bereits als Basis Eure persönlichen individuellen Meßdaten enthalten bzw. habt ihr diese dort vermerkt: sämtliche Daten um die Brust (Höhe, Tiefe, Abnäher wo und wie) herum, Hüften (für Hosen und Röcke), Schrittlänge, Schrittrundung, Hohlkreuz etc. (Hosen). Anhand dieser immer wieder verwendeten Basisschnitte könnt Ihr leicht Euren gewünschten Designschnitt erarbeiten: jeweilige Länge, Breite, Höhe, Ausschnittvarianten, Kragenformen, Ärmelvarianten und -längen, dieser letzte Schritt ist wirklich einfach, wenn Ihr einmal einen Basisschnitt mit allen notwendigen Infos habt. Grund- und Basisschnitte muß man nicht selbst konstruieren, es gibt bei so gut wie jedem Schnittanbieter (Burda, Marfy, Patrones, die finnischen, holländischen) ganz einfache Schnitte, die Ihr als Vorlage verwenden könnt und dann für's Designmodell ausarbeitet.

    Ein konkretes Beispiel: ich verwende seit Jahren für Hosen den selben Basisschnitt als Grundlage. Ich wandele ihn mit wenig Zeitaufwand ab für schmale Hosenbeine (slim fit), normal weite Hosenbeine (straight fit), weite Palazzo- oder Marlenehosen. Bundhöhe jeweils variabel. Taschen aufgesetzt oder seitl. Eingriffs- bzw. Nahttaschen. Übrigens arbeiten so auch viele Schneiderateliers.

    Bei Oberteilen hab ich mir zusätzliche Karton- bzw. Folienschablonen von inspirierenden Designschnitten gemacht: für Ausschnittformen bzw. Armloch- und Ärmelansätze. Modefotos sind nur Inspiration, nichts nach welchen ich irgendeinen unbekannten Schnitt von unbekannten Designern/ Anbietern nacharbeite und unendlich viel Zeit mit Anpassungen an meine Figur verbringen muß. Individualität bekomme ich durch Stoffe: Material - Webart, Wirkware -, Farben, Drucke, Schrägschnitt, gerne auch bei Streifen (Beispiel: 4-Bahnen-Rock, A-Linie, mit Hüftpasse; alle Teile sind schräg zugeschnitten, die Streifen -Druck oder Flor bei Cord- laufen an der Spitze aufeinander zu).

    Also nochmal konkret: arbeitet nach vorbereiteten Basisschnitten und lasst Euch nicht irritieren oder entmutigen, wenn die Dinge nicht auf Anhieb klappen.


    Kerstin

    (senft wieder mal :) )

    zum Nähfrust: Mädels, es ist Hochsommer. Das heisst : abendliche Wärme auf Terrasse, Balkon, Biergarten, irgendwo draussen mit Freunden und oder Familie geniessen. Eis essen, leckere Drinks geniessen und und und. Näharbeiten: nur "leichte Kost" - maximal. Die Zeit und Lust für Komplexes und Kompliziertes kommt dann später wieder und wir lachen über den sommerlichen Nähfrust.

    ...

    Nun zweifele ich an meiner angedachten Vorgehensweise. Nämlich, das H640 im Halsbündchen direkt aufzubügeln.

    ...

    Das wird vielleicht zu steif? Die Verklebung könnte mit der Zeit unschön werden? Was meint Ihr?

    Falls das noch aktuell ist (oder vielleicht auch für zukünftiges): nimm Vlies nur für eine Längshälfte des Halsbündchens. Probier das an irgendeinem Reststück von vergleichbarem Stoff aus. Und zum einlaufen von BW-Vlies: schneide ein passendes Stück ab, übergiess es mit möglichst heißen Wasser und lass es eine Weile drin liegen. Dann im Handtuch ausdrücken, trocknen lassen und Du hast die Info über den "Schrumpf"

    im Prinzip kannst du jeden Schnitt für.ein gerade geschnittenes Kleid nehmen. Schneid die Vorlage auf der gewünschten Höhe unterhalb der Brust quer durch und setze als Rockteil ein schlichtes breiteres Stoffrechteck an, das du auf die gewünschte Weite eingekräuselt hast. Die einfachste Lösung.

    up- und recycling muss keinesfalls wie im negativen Sinn "selbst genäht " aussehen. Für positive Ergebnisse sind verwendete Stoffqualität, Schnittmodell - Bekleidung, Accessoires u.ä. - , Arbeitstechnik und -material massgeblich.

    Ich motze gerne ältere Sachen auf. Sie sind alle von top Qualität, die meisten von der Form her unmodisch oder ich bin raus gewachsen - runder oder schlanker geworden. Bei toller Stoffqualität, Design, Farbe sind das für mich nur Stoffstücke, die einer neuen Bestimmung zugeführt werden. Egal, ob Hosen, Hemden/ Blusen, Shirts. Und die wenigsten werden zu Taschen umgearbeitet

    zu Steffis Post13: es gab vor gefühlt Jahrzehnten mal einen TV Bericht zur Herstellung von Knöpfen aus Kasein. Fand ich interessant, was aus Milchanteilen noch machbar ist. Jetzt Fasern, allemal besser, wenn ich an die Milchseen und Butterberge von früher denke. Damals ging es um Überschüsse, heute wohl um für Lebensmittel nicht zugelassene Milch. Zu interessanten Fasern: ich erinnere mich an Artikel zur Faserproduktion aus Spinnweben, man liess sich von Seidenspinnern inspirieren. Auch Viscose, Modal und Konsorten aus Holzabfällen sind nichts anderes als "Resteverwertung" durch chemische Prozesse.

    Zur Lieblingsfarbe: warmes sonnengelb, warmes Mohnrot, meine absoluten Favoriten. In jüngeren Jahren gerne grossflächig, mittlerweile eher wohldosiert. Merkwürdigerweise finden sich mittlerweile mehr Grün- und Blautöne im Kleiderschrank, muss irgendwas mit dem Alter zu tun habe .... Aber immer noch kräftige leuchtende Farben - ein absolutes Muss.

    das rote Oberteil sieht am chicsten aus, das olivefarbene am elegantesten. Beide passen also. Zum roten: goldfarbener Ohrschmuck und Halskette, beim olivfarbenen dunkelroten Schmuck oder rosenholzfarben.

    Zur Länge des Oberteils: etwa eine Handbreit unterhalb der Taille bzw. auf dem oberen Hüftknochen abstossend.

    Rock, Tops, Farben stehen dir gut.

    noch was für die Zukunft: wenn du wieder mal einen runden Saum (Glockenrock, Tellerrock u.ä.) einfach umgeschlagen Arbeiten willst, dann Steppe mit grösster Stichlänge unmittelbar an der Schnittkante. Schlag dann die gewünschte Saumbreite ein, fixiere mit Stecknadeln und kräusele an der gross abgesteppten Schnittkante leicht ein. Das bewirkt, dass sich die Mehrweite - die Fältchen - am Saum gleichmässig verteilen. Dann bügelst du den gesteckten Saum, steppt knapp neben der versäuberten Schnittkante ab - Stichlänge 3-4 - und hast einen gleichmässig fallenden Saum.

    Zum selbstgeschnittenen Schrägband: google mal nach Anleitungen für "Endlosschrägband" . Das ist super einfach, du hast eine einzige Naht statt vieler kurzer Stücke mit entsprechend vielen kurzen Nähten.

    Für eine Hose: ich würde eine weite Hose (Palazzohose?) nähen und den unteren Rumpfteil (Popo und Umgebung) mit zart hautfarbenem Futter unterlegen: das Rumpfteil der Hose als sehr kurze Short nochmal kopieren und so verarbeiten, die Beinlinge dürfen ruhig transparent erscheinen. Farbe und Webmuster sind super.

    Kasein kenne ich bisher nur als Material für Knöpfe oder als Teil von Farbpigmenten (Kaseinfarbe). Interessant, daß sich daraus Fasern für Gewebe arbeiten lassen.

    zuerst einmal ist ein Schnittmuster eine Anleitung bzw. ein Vorschlag, es ist keine strikt zu befolgende Anweisung. Als Beispiel: wenn Du eine Schnittmustervorlage an Deinen individuellen Körper mit ganz individuellen Messdaten anpasst (Stichwort Anprobe), veränderst Du ja schon die Originalvorlage.

    Zum zweiten: Dein Stoff weist vom Design her ja schon eine Musterrichtung auf, was bedeutet, wenn Du einen Kreis oder Halbkreis zuschneidest, läuft das Muster zwangsläufig in eine andere Richtung als das Oberteil, das einfach ausgedrückt ja ein Vieleck mit wenigen Rundungen ist (Hals, Armloch).

    Wenn der Stoff knapp ist, würde ich das so in Kauf nehmen wie Du den Stoff aufgelegt hast. Du könntest den Ansatz zwischen Oberteil und Rockteil z.B. extra betonen indem Du diese Ansatzstelle durch eine Art Gürtel wie z.B. ein breites einfarbiges Band (z.B. Polyester-Satin) betonst.

    Wenn Du genügend Stoff hast: veranschauliche Dir das, indem Du den Kreis (die Schnittvorlage evtl. nochmal kopieren) für den Tellerrock in 4 Viertel schneidest - ergibt dann einen Vier-Bahnen-Rock mit der Weite des gewünschten Tellerrocks. Leg dann diese vier Viertel so auf den Stoff, dass das Stoffmuster jeweils schräg von der Taillennaht hin zum Saum läuft. Bei solchen Schrägschnitten ist der Fadenlauf der Vorlage nur bedingt maßgebend, denn Du schneidest den Stoff im 45° Winkel versetzt zum Schuss (Kette ist Längsrichtung also der aufgespannte Faden, Schuss ist der dazu rechtwinklig eingewebte Fade des Gewebes).

    Du kannst grundsätzlich jede Tellerrockvorlage in mehrere Bahnen teilen, Tellerrock wäre hier dann nur die Bezeichnung, dass trotz mehrerer Bahnen die Gesamtweite flach ausgelegt die "Platte eines Tellers" ergibt.

    Ist das verständlich?

    Gruss

    Kerstin

    seitliche (gerade) Eingriffstaschen, die in der Naht verschwinden: hochwertiger Futterstoff für beide Taschenteile.

    Bei schrägen Eingriffstaschen nehme ich für den sichtbaren körpernahen Taschenbeutel den normalen Oberstoff und die nicht sichtbare am Oberstoff anliegende Seite stabilen Futterstoff - bei Kleidern, Röcken, Hosen.

    Bei Jerseys, auch in Sweatshirt-Qualität, nehme ich stabilen Charmeuse für den nicht sichtbaren Taschenbeutel.

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