Hallo,
oh sorry, dass das hier etwas unterging und niemand geantwortet hat. Ich hatte das gesehen und gedacht, dass es hier Leute gibt, die sich mit dem Einnähen von Stäbchen viiiieeeeel besser auskennen und dann sicherlich berufener antworten können … tz.
Ah, sehe gerade, dass Gila geantwortet hat … Sie hat wenigstens das Buch.
„Pferdebaumwolle“ würde ich dann mal dem Gefühl und dem Sinn nach weiter übersetzen zu „Roßhaareinlage“. Also eine recht steife und widerstandsfähige Einlage für den kompletten Bund. Außer der Stäbchen. Das Material gibt es immer noch, wird vor allem in der Herrenschneiderei verwendet.
Aalso: normalerweise näht mensch für Stäbchen Stofftunnel, in die die Stäbchen geschoben werden und die dann an der oberen oder unteren Öffnung mit ein paar Handstichen verschlossen werden, damit man sie zum Waschen des Kleidungsstücks herausnehmen kann.
Diese Stofftunnel können zwischen Außenstoff und Futter angebracht werden, sie können aber auch von innen gesehen auf dem Futter drauf sein, also ganz innen. Je nachdem, wie es besser passt, funktioniert (grade die Frage mit dem Waschen, ob du sie da rausnehmen musst) und dir gefällt.
Ist dieser nicht-verwendete Reif für deinen Hochzeitsrock aus Metall? Und wie eine plattgedrückte Feder, also immer so in Kringeln? Das wäre meines Wissens das „normale Material“. Aber es gibt es wohl auch aus Kunststoff.
Wenn Metall, ist das ziemlich sicher Federstahl – und das ist (wäre) ein sehr widerstandsfähiges Material, das du möglicherweise mit einem Seitenschneider nicht mehr so ohne weiteres durchgezwickt kriegst.
Und, wenn Metall, dann wirst du irgendwas über die Schnittstellen drüber machen müssen, sonst hast du da immer irgendwelche Grate, die dir deinen Stoff aufribbeln. Wenn du Metallstäbchen in der richtigen Länge kaufst (was jetzt keine Aufforderung sein soll, sondern nur eine Materialbeschreibung), dann sind die Enden immer mit so einem Kunststofflack überzogen. Hat dann auch den Vorteil, dass die Stäbchen beim Reinschieben besser durch ihre Tunnel gleiten.
Wenn dein Reif aus Kunststoffmaterial ist, geht die ganze Bearbeitung leichter, ist dann aber nicht ganz so stabil, nicht ganz so viel Stütze für den Bund.
Das hängt dann wieder davon ab, wie hoch dein Bund eigentlich ist … (oder wie breit, je nach Betrachtungsweise – also ähm: wie lang die Strecke ist, die die Stäbchen stützen müssen).
Rockfutter:
Es gibt die Methode, Oberstoff und Futter zusammenzuheften und wie eine Lage zu verarbeiten. Lynda Maynard beschreibt das z.B. auch in „Professionell Schneidern“ (das hat Doro-macht-mit hier mal besprochen).
Du kannst aber immer in einen Rock ein Futter nachträglich einnähen. Das ist sozusagen „die klassische Methode“.
Liebe Grüße
Schnägge